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Onderdelinden, Sjaak: Geschichte auf der Bühne. Aufsätze zum
politisch-historischen Drama des zwanzigsten Jahrhunderts ISBN 3-89693-246-2 (06/2004) 298 Seiten, 22,7 x 15,3 cm, Ebr., EUR 35,00 / SFr 62,00 Seit drei Jahrzehnten
beschäftigt sich der Autor mit dem Thema des politischen und historischen Dramas, insbesondere im 20. Jahrhundert. Er hat aus vorhandenen Aufsätzen, die weit verstreut erschienen sind, eine Auswahl getroffen und
präsentiert sie nun als zusammenhängenden Themenkomplex. Das Geschichtsdrama ist im 20. Jahrhundert in der Hauptsache episches Theater. Ein erster Akzent liegt in diesem Buch denn auch bei Bertolt Brecht. Er
spielt eine wichtige Rolle in den im ersten Aufsatz geschilderten Theaterskandalen der Weimarer Republik, die Einblick verschaffen in das sich unter dem Druck der politischen Verhältnisse verschiebende
Kunstverständnis der letzten Jahre vor der Nazizeit. Nach einer Analyse von Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui folgt ein Abriss der Rezeptionsgeschichte Brechts in den Niederlanden, paradigmatisch für die Brecht-Rezeption in Westeuropa. Historisches und politisches Drama seit den fünfziger Jahren steht im Zeichen der Brecht-Nachfolge, auch der Emanzipationsversuche. Beispielhaft dafür sind hier Friedrich Dürrenmatts Romulus der Große,
dessen dritter Akt einer genauen Segmentanalyse unterzogen wird, und das dokumentarische Drama, von dem viele Beispiele, von Rolf Hochhuth über Peter Weiss und Dieter Forte bis hin zu Tankred Dorst und Heinar
Kipphardt, unter der doppelten Perspektive der Textanalyse und der Rezeptionsdokumentation betrachtet werden. Einen seltenen Ausflug in die Absurdität unternimmt Wolfgang Hildesheimers Mary Stuart, und auch die DDR-Parabel Die Ritter der Tafelrunde von Christoph Hein kommt nicht ohne absurde Züge aus. Den Band beschließt ein Exkurs in die andere Gattung historischer Literatur an Hand der Künstlerromane von Peter Härtling. Sjaak Onderdelinden, Jahrgang 1939, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Amsterdam, Tübingen und Freiburg und lehrt seit
1966 neuere deutsche Literatur an der Universität Leiden. Promotion 1974 über die Rahmenerzählungen Conrad Ferdinand Meyers. Publikationen zum Drama des 20. Jahrhunderts, zum Fernsehspiel und zur Literaturdidaktik,
sowie weitere Aufsätze zu verschiedenen literaturgeschichtlichen Themen und Autoren von Goethe bis Albert Ostermaier.
Inhalt Kapitel 1: Theaterskandale der Weimarer Republik Kapitel 2: Der aufhaltsame Aufstieg der Parabelform: Bertolt
Brechts Arturo Ui Kapitel 3: Wie Innovation zum Klischee wurde. Brecht in den Niederlanden Kapitel 4: Dramaturgie der Wendungen: Friedrich Dürrenmatts Romulus der Große Kapitel 5: Dialog und
Fiktionalität im historischen Drama Kapitel 6: Fiktion und Dokument. Zum dokumentarischen Drama Kapitel 7: Revolution als Revue. Revolutionsdramen von Peter Weiss und Tankred Dorst Kapitel 8: Zweimal
Trotzki. Zu den Theaterstücken von Peter Weiss und Hartmut Lange Kapitel 9: Geschichte auf der Bühne. Die Gattung des dokumentarischen Dramas und ihre Innovationsfähigkeit: Dieter Fortes Luther/Münzer und Heinar Kipphardts Bruder
Eichmann Kapitel 10: Intention und Rezeption. Die Tragik der hermeneutischen Differenz am Beispiel von Wolfgang Hildesheimers Mary Stuart Kapitel 11: Die theatralische Wut des Rolf Hochhuth. Zur
Dramaturgie von Juristen und Ärztinnen Kapitel 12: Ritter von der traurigen Gestalt: Christoph Heins Tafelrunde Kapitel 13: Exkurs zum historischen Roman: “So kann es gewesen
sein”. Peter Härtlings Künstlerromane Quellennachweis
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