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Die «Germanistische Lehrbuchsammlung» wendet sich an den Studenten der Germanistik und an den an der
deutschen Sprache und Literatur interessierten Kenner, der gerade nicht Spezialist auf dem betreffenden Gebiet ist. Ihnen soll in der hier erprobten Form von wissenschaftlichen Lehr- und Lernbüchern das Gebiet der
deutschen Literatur und Sprache in seinen Grundzügen in vollem Umfang erfahrbar gemacht werden.Wie auf fast allen Gebieten der Wissenschaften, so nimmt auch in der Germanistik seit etwa fünfundzwanzig Jahren das
theoretische Fachwissen in einem bisher nicht dagewesenen Maße ständig zu. Einer hochspezialisierten Detail-Forschung auf der einen Seite stehen auf der anderen Seite hochqualifizierte Theoriebildungen gegenüber,
die sich rasch über die Basis der Gegebenheiten hinwegheben. Die Möglichkeiten einer nüchternen und unvoreingenommenen Information über die Grundlagen des Faches und ihre vielfältigen Implikationen kommen dabei
zunehmend zu kurz. Dem Studenten wie dem literarisch Interessierten werden dadurch Übersicht und Orientierung an den Gegebenheiten und dem Bestand der Literatur vorenthalten; die einfache humane Geschichtlichkeit
der literarischen Gegenstände wird kaum mehr erfahrbar gemacht. Das Bewußtsein dessen, was Literatur und Sprache in ihren geschichtlichen Bedingungen jeweils waren und sind, schwindet dabei zusehends. Der
allenthalben erkennbaren Spezialisierung, die – ein Charakteristikum unserer Zeit – heute ohne breite, dem Fach entsprechende sachliche Fundierung vor sich geht, möchte diese Lehrbuchsammlung
entgegenwirken, indem sie den Blick auf das gesamte Gebiet der deutschen Sprache und Literatur zu lenken versucht und auf ihre Weise zuverlässig an die Fakten, Probleme und Methoden des Faches heranführt.Eine große
Zahl international bekannter Wissenschaftler hat sich bereit gefunden, im Rahmen dieser Lehrbuch-Reihe das Gesamtgebiet der Germanistik im Sinne einer «Wissenschaft von der deutschen Sprache und Literatur» auf der
Basis einer umfassenden Information systematisch darzustellen. Die Konzeption zielt auf das in geisteswissenschaftlichen Fächern meist verpönte «Lehrbuch» ab, dessen Nutzen für den Lernenden nicht gering sein
dürfte. Es ist nicht beabsichtigt, im Rahmen dieser Lehrbuchsammlung Handbücher, Spezialdarstellungen, individuelle Forschungsansätze oder bloße Forschungsberichte vorzulegen – die Hauptaufgabe der einzelnen
Bände besteht vielmehr darin, faktische Voraussetzungen für die Beschäftigung mit dem betreffenden Gebiet zu vermitteln. Dabei ist vor allem auf drei Gesichtspunkte größter Wert gelegt worden:
- Sachbezogene, am historisch-objektiven Material orientierte Darstellung der Daten, Fakten und Probleme,
- Information über die wissenschaftlichen Grundzüge auf dem betreffenden Gebiet unter Einschluß der
vorliegenden Forschung und ggf. deren unterschiedlichen Positionen,
- Einführung in erforderliche Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Umgang mit Sprache und Literatur.
Jeder einzelne Band wird im Rahmen seines Themas das bieten, was für die sprach- bzw. literaturwissenschaftliche Beschäftigung mit dem
entsprechenden Gebiet als unbedingte Voraussetzung anzusehen, zu kennen und zu beherrschen ist. In den einzelnen Bänden wird versucht, höchsten wissenschaftlichen Anspruch mit sinnvoller Selektion unter didaktischem
Aspekt zu kombinieren.
Im Gesamtsystem der Germanistischen Lehrbuchsammlung sind alle in Frage kommenden Gebiete des Faches Germanistik berücksichtigt
worden; sie werden ergänzt durch ausführliche Einführungen und Darstellungen der philologischen Arbeitstechniken, der Verfahrensweisen auf Nachbargebieten und der Information über unerläßliche
literaturwissenschaftliche Grundkenntnisse. Vor allem wurde Wert darauf gelegt, in diesem Rahmen Grundinformationen über Gebiete und Problembereiche zu geben, die im normalen Studienablauf erfahrungsgemäß heute
nicht unbedingt vorkommen, deren Kenntnis aber nicht nur wünschenswert ist, sondern zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche, auf wissenschaftliche Selbständigkeit zielende Ausbildung in der
Germanistik gehört. Gerade auch in diesem Punkt möchte die Germanistische Lehrbuchsammlung dazu beitragen, daß der offensichtliche Mangel an Informationsmöglichkeiten über einzelne Verfahrensweisen und scheinbar
ferner liegende Problematiken abgebaut wird.
Gestartet wurde die Reihe im WEIDLER Buchverlag Berlin im Dezember 1997.
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